Kurs - Aufbau

Jeder Kurszyklus erstreckt sich über ein Jahr und besteht aus fünf mehrtägigen Modulen. Er beginnt mit einer „Auftakt-Akademie“ Er führt weiter in drei Foren, in denen jeweils die Themenfelder „Lernen“, „Raum“ und „Entwickeln“ verschränkt entlang unterschiedlicher Projekt bzw. Fallbeispiele behandelt werden. Und er mündet schließlich in eine „Abschluss-Akademie“. In den Zeiten zwischen den fünf Modulen werden Inhalte und Impulse eigenständig als selbstgestellte Aufgabe (Zyklus 1) bzw. vertiefende Projektarbeit (Zyklus 2) und je Jahrgang in unterschiedlichen Intensitäten vertieft. Dazu begleitende Exkursionen und Hospitationen dienen der praxisorientierten Vertiefung von persönlichen Fragestellungen sowie der Erweiterung von Perspektiven im Feld der Lernraumentwicklung und unterstützen den individuellen Wissenstransfer in die Praxis des eigenen Systems.

AKADEMIE

Auftakt / Abschluss

 

Die Akademien bildet den jeweiligen Auftakt wie auch den Abschluss der Kurszyklen. Als Zyklus-Beginn führt die Akademie in die Themenfelder von Lernen, Raum und Entwickeln ein. Sie dient der persönlichen Standortbestimmung der Teilnehmenden und dem Entwurf einer gemeinsamen Landkarte des Kennens und Könnens. Themen, Projekte und Stationen der individuellen und gemeinsamen Lernwege sollen sichtbar werden und führen zu konkreten Partnerschaften in unterschiedlichen Lernsettings.

 

Jeder Kurszyklus schließt auch im Rahmen einer Akademie ab. Mit einer selbstgestellten Aufgabe zeigen die Teilnehmenden im ersten Zyklus exemplarisch ihren individualisierten Transfer von Kursinhalten in eigene Interessensfelder. Die Zusammenschau von Ergebnissen persönlicher Lernwege soll als reflektiertes „Delta“ erworbener Kompetenzen innerhalb eines Kursjahres bewusst, sichtbar und verfügbar werden und als Inspiration für neu hinzugekommene Teilnehmende dienen.

 

Absolvierende des zweiten Zyklus präsenteren ihr in die Tiefe gehendes Projekt, das den individualisierten Transfer von Kursinhalten in angewandte Arbeitsfelder umfasst. Das Projekt ist selbst zu initiieren und greift Fragestellungen aus dem Praxisfeld der Lernraumentwicklung auf (Ausnahmen nach Rücksprache). Die sich entwickelnden Kompetenzen erproben sich in weitere Folge an den Herausforderungen und Chancen realer Praxisfelder.

PRAXIS

Reallabore

Reallabore verstehen sich als Lernraumlabore an den Schnittstellen von Raum, Möblierung und Lernen. Schüler und Schülerinnen, also die Nutzenden selbst, werden an ihrer Schule in die Weiterentwicklung räumlicher Lernumgebungen und deren Tests aktiv eingebunden. Innerhalb eines fünftägigen Workshops spannt sich der Bogen vom formulierten Bedarf über Ideenskizzen und Modellbau bis hin zu 1:1-Test-Modellen aus stabiler Pappe oder gar bis hin zu Prototypen aus Holz. Die Kinder bzw. Jugendlichen werden dabei im Rahmen einer Lehrveranstaltung von Studierenden der Architektur und Pädagogik bei der Umsetzung und abschließenden öffentlichen Präsentation unterstützt. Die Form von Workshops ist Teil einer erweiterten Schulraumentwicklung. Sie versteht sich auch als generationenübergreifendes Lern-, Aus- und Weiterbildungsfeld, welches praktische Impulse setzt und neue Perspektiven für die Gestaltung und Nutzung von räumlichen Lernsettings aufzeigt.

PRAXIS

Exkursionen, Hospitationen

 

Exkursionen bzw. Hospitationen dienen der prüfenden und vergleichenden Anschauung vor Ort, um in bzw. von der Praxis zu lernen. Exkursionen werden als Angebot bereitgestellt, sind aber auch als selbstorganisierte Initiativen möglich (Abstimmung mit der Kursleitung erforderlich), sofern die Verschränkung der Themenfelder Raum, Lernen und Entwickeln gegeben ist. Wir empfehlen längere Beobachtungszeiträume in Schulen. Hospitationen wiederum verstehen sich als Begleitung von konkreten Prozessen der Lernraumentwicklung. Sie können je nach Angebot in Anspruch genommen werden. Sie sind auch im Rahmen von Reallaboren möglich.

FOREN

Themen, Projekte

 

Die drei Foren behandeln jahrgangsverschränkt einerseits Themenfelder wie „Raum“, „Lernen“ und „Entwickeln“. Andererseits sollen entlang von Beispielen von Projekten und/oder Fällen punktuelle „Tiefenbohrungen“ neues Wissen zwischen den Disziplinen, Regionen und Jahrgängen ermöglichen. Damit soll dem Allgemeinen wie dem Spezifischen jener Raum zur Verfügung gestellt werden, der jene Emergenzen freigibt, die heterogene Gruppen in sich tragen. Die Themenfelder werden wie folgt verstanden:

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Lernen stellt Fragen für eine Zukunft, die Fragen stellt. Wir arbeiten zum Thema Lernen in Bezug auf die Person, seine Verortung in Settings, die Organisation Schule, den Ort und die Gesellschaft. Wir verflüssigen vorhandene Denkmuster, regen an, entwerfen neu. Unsere Arbeitsweise ist so angelegt, wie wir uns eine zukunftsfähige Lernkultur vorstellen: dialogisch und kooperativ. Die angewandten Methoden werden miteinander reflektiert und auf mögliche Zukunftspraxen hin gedeutet. Wir lernen also auch durch die Art unseres Lernens.

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Raum versteht sich für eine erweiterte Lernkultur als stimulierende Rahmung für jenes umfassendes Spektrum an Aktivitäten, das über Lernen hinaus auch Bewegen, Spielen, Ruhen und Arbeiten beinhaltet. Dieser Raum bedarf einer entsprechenden Gestaltung und Nutzung wie auch seiner Erweiterung hinaus in die Natur, das Dorf, die Stadt und die Region als auch in den digitalem Raum. Wir reflektieren Raum in seinen konkreten Eigenschaften bis hin zu seinem inspirierenden Potenzial. Wir widmen uns den Aspekten Anordnung und Beziehung, Vorgaben und Größenverhältnisse, Atmosphäre und Schönheit. Schulraumgeschichte, Entstehensbedingungen und Architekturkonzepte werden uns als Grundlagen dienen, um über Wirkung, Wahrnehmung, Bedürfnis und Anforderung an gegenwärtige und werdende Bildungsräume zu denken. Die Wirkmächtigkeit von Raum soll in Bezug zum Handeln im, mit bzw. durch Raum tiefer erfasst werden.

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Entwickeln bedeutet „werden-lassen“. In einem derartigen Entstehen von Lernräumen beeinflussen der Raum das Lernen und das Lernen den Raum wechselseitig. Impulse der Lernraumentwicklung wurzeln in der Schul- und Unterrichtsentwicklung, dem Schulprofil sowie im sozialen und räumlichen Umfeld. Prozesse der Lernraumentwicklung von Projektentwicklung, über die Konzeptions-, Planungs- und Bauphasen bis zur Aneignung der Räume durch die Lernenden und Lehrenden werden auf den Ebenen Städtebau, Architektur und Möblierung beleuchtet. Wir geben einen Überblick zu Zusammenhängen und Konstellationen von Agierenden. Wir thematisieren mögliche Formen des Zusammenwirkens von Fachwissen aus Architektur, Planung und Verwaltung und spezifischem Wissen der Nutzenden. Dazu werden praxisnah und erfahrungsbezogen partizipative Ansätze und ihre Methoden beleuchtet und exemplarisch erprobt.

LERNEN ZWISCHEN DEN MODULEN

 

Zwischen den Modulen werden in Eigenständigkeit und innerhalb von Lernpartnerschaften und Teams Inhalte und Impulse vertieft. Diese Arbeit soll auch die Vernetzung zwischen Regionen und Disziplinen sowie die Reflexion von Rollen in der beruflichen Praxis stärken. Innerhalb von Zyklus 1 ist eine selbstgestellte Aufgabe (Interessensfeld) so zu entwickeln, dass sie im Rahmen der Abschluss-Akademie präsentiert werden kann. Im zweiten Zyklus ist zu Beginn ein vertiefendes Projekt (Praxisorientierung) in Absprach mit der Kursleitung zu formulieren. Die Aufgabe im Zyklus 1 umfassen mit 3 ECTS rund 6 Werktage Arbeitsaufwand. Das Projekt im Zyklus 2 umfasst 6 ECTS bzw. 12 Tage Arbeitsaufwand.

Termingestaltung der Module

Der Ablauf eines Moduls verläuft inklusive An- und Abreise im Regelfall über 4 Tage bzw. 3 Nächtigungen. Dabei werden sich in Abhängigkeit vom Ort der Veranstaltung die Uhrzeiten für Anfang und Ende eines Moduls leicht unterscheiden. Die konkreten Orte und aktuellen Zeiten werden bis Ende Januar 2019 bekanntgegeben. Gesichert ist die Streuung der Kursorte zwischen Südtirol und dem Ruhrgebiet bzw. zwischen Vorarlberg und Oberösterreich.